ERWEITERTES WIRKUNGSMANAGEMENT

Unser Wirkungsmanagement wird laufend weiterentwickelt und um weitere wesentliche Auswirkungen und Risiken ergänzt. Für die Optimierung der Wirkungen unseres Kerngeschäfts verfügen wir über mehrere Konzepte und Instrumente.

Auswirkungs- und Risikomanagement

Viele Auswirkungen und Risiken liegen in unserer Wertschöpfungskette in einem Bereich, der von uns nicht direkt gesteuert werden kann: Unser hochrangiges Straßennetz trägt zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes bei und ist für den internationalen Personen- und Warenverkehr unentbehrlich. Damit ermöglicht unser Autobahnen- und Schnellstraßennetz es unter anderem Unternehmen zu wachsen, Produkte zu erzeugen und Arbeitsplätze zu schaffen. Gleichzeitig ist der Autoverkehr aber einer der größten Emittenten von Treibhausgasen, verursacht Lärm, führt zu Unfällen und zu Verkehrstoten. Wir können nicht alle positiven und negativen Effekte unmittelbar herbeiführen oder verhindern. Aber wir wissen, dass wir als Mitverursacher Mitverantwortung tragen und versuchen, dieser Verantwortung bestmöglich gerecht zu werden.

Die nebenstehende „Auswirkungs-Risiko-Maßnahmen-Matrix“ gibt einen Überblick über die zum aktuellen Zeitpunkt als wesentlich identifizierten Auswirkungen und Risiken der ASFINAG auf nichtfinanzielle Belange und verweist auf entsprechende Maßnahmen und Konzepte (inkl. Seitenangabe im vorliegenden Bericht). Für das Jahr 2019 ist die Erstellung einer vertiefenden Auswirkungsanalyse geplant, um eine noch gezieltere Steuerung und Berichterstattung zu ermöglichen.


Ausnahmen-Risiko-Massnahmen-Matrix

Die wesentlichen Unternehmensrisiken für die ASFINAG (d.h. für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage) werden im Risikomanagementsystem der ASFINAG (ARIMAS) erfasst. Zentraler Bestandteil von ARIMAS ist ein internes Berichtssystem, mit dem die gesamtwirtschaftliche Entwicklung analysiert wird und deren voraussichtliche Auswirkungen auf das Geschäft der ASFINAG bestimmt werden. Dabei werden laufend die wesentlichen Risiken für die Bereiche Bau, Betrieb, Maut, Holding, sowie Internationales erfasst, darunter auch Risiken mit Nachhaltigkeitsbezug. Zu allen Risiken liegen im ARIMAS detaillierte Beschreibungen hinsichtlich möglicher Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten, aktueller Aktivitäten sowie Handlungsmöglichkeiten und geplanter Maßnahmen vor. Detaillierte Informationen zum Risikomanagement der ASFINAG finden Sie im Risikobericht des Jahresfinanzberichts.

Darüber hinaus befasst sich die ASFINAG mit strategischen Themen, die in Zukunft einen potenziellen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der ASFINAG haben können. Hierbei handelt es sich um mögliche zukünftige Effekte, die gegenwärtig noch nicht finanziell bewertet werden können. Dabei geht es um Themen und Herausforderungen wie vernetzter und automatisierter Verkehr, E-Mobilität und alternative Antriebe oder Dekarbonisierung im Bau. Im Zentrum steht die Frage: „Wie können wir auf unseren Straßen mehr Menschen und Güter rascher, sicherer und mit geringerem Ressourcenverbrauch bewegen – und was kann die ASFINAG dazu am besten beitragen?“

Unsere wichtigsten Instrumente

Wesentliche Erweiterungen des Straßennetzes werden ausschließlich auf der Grundlage einer „strategischen Prüfung“ vorgenommen. Dabei werden wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen erfasst und bewertet. Wichtige Grundlagen für die Erhaltung des Netzes, insbesondere seine Verfügbarkeit und Sicherheit, sind der jährliche Netzzustandsbericht, unser Regelwerk Erhaltungsstrategie sowie das Österreichische Verkehrssicherheitsprogramm.

Über die strategische Prüfung inkl. Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Netzveränderungen hinaus erstellen wir im Umweltbereich regelmäßige Energiebilanzen und -audits sowie Lärm- und Baumkataster. Weitere standardisierte Instrumente umfassen Verkehrsunfall- und Unfallstellenanalysen, sowie laufende Auswertungen von Stakeholder-Feedback und -erhebungen.

In 2017 erweiterten wir diese Instrumentarien mit einer Änderung unseres Projektmanagements: Seither wird jedes neue Projekt bei seiner Planung hinsichtlich der angenommenen Wirkungen in insgesamt 10 Bereichen bewertet. Finanzielle Aspekte wie Mehreinnahmen oder Kosteneinsparungen sind mit 20% gewichtet. Die restlichen 80% betreffen Wirkungen, die mit Nicht­Finanzkennzahlen gemessen werden, und zwar: Verkehrssicherheit, Anlagensicherheit, Verfügbarkeit, Kundenzufriedenheit, Mitarbeiter, Kundeninformation, Öffentliches Interesse & Umwelt, Prozess- & Betriebsoptimierung und Innovation.

Zusätzlich ist in einer Reihe von ASFINAG-Prozessen ein Risikomanagement verbindlich anzuwenden:

  • Risikoanalysen als fixer Bestandteil von Bauprojekten (inkl. Umweltverträglichkeitsprüfungen)
  • Umsetzungsrisiken von Neubau- und Großprojekten (volkswirtschaftliche Gesamtbetrachtung wie z.B. Strategische Umweltprüfung)
  • Risikobetrachtungen zur Verkehrssicherheit im Rahmen des VK-Sicherheitsprogramms
  • Risikobetrachtungen zur Verfügbarkeit z.B. im Rahmen unserer Erhaltungsstrategie für den Bestand oder unser Baustellenmanagement
  • Regulatory Compliance (Verwaltungsstrafverfahren)
  • Verbindliche Regelungen und Prozesse zur Verhinderung von Korruption
  • Krisenprävention

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GRI Disclosures:
102-11, 102-15, 102-34, 102-44, 103-1, 103-2, 103-3, 413-1, 413-2, 416-1