SICHERE STRASSEN

Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen sollen zu den sichersten in Europa zählen! Daran arbeiten wir konsequent. Aufgrund der steigenden Verkehrsdichte ist das eine wachsende Herausforderung.

In 2018 konnte die Zahl der Verkehrstoten auf unseren Straßen im Vergleich zu 2017 deutlich reduziert werden. In 2018 verunglückten 33 Menschen (vorläufiger Wert für 2018) tödlich auf Autobahnen – ein historischer Tiefststand. Die Getötetenrate (Anzahl der getöteten Personen bezogen auf 1 Mio. Kraftfahrzeugkilometer) konnte damit von 0,0018 in 2017 auf 0,0010 in 2018 gesenkt werden. Damit verloren so wenige Personen wie noch nie bei Auto- oder LKW-Fahrten ihr Leben. Ablenkung, Unachtsamkeit und nicht angepasster Abstand, oftmals auch in Kombination, waren dabei die Hauptursachen.

Getötete auf Autobahnen und Schnellstraßen
Weitere Unfallzahlen für 2018 liegen derzeit noch nicht vor. Die Zahlen für 2017 zeigen einen leichten Rückgang der Unfälle mit Personenschaden auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen. Auch wurden weniger Personen bei Verkehrsunfällen schwer verletzt.

Unfälle mit Personenschaden

Schwerverletzte

Um die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern, führen wir regelmäßige Analysen durch. Diese zeigen einerseits, dass wir uns in Österreich auf einem sehr hohen Sicherheitsniveau befinden und die meisten Unfälle statistisch zufällig und somit nicht vorhersehbar sind. Andererseits weisen sie auf Gefahrenpotenziale hin, die wir gezielt bekämpfen: Aktuell liegen unsere Schwerpunkte beim Tunnelausbau, dem Einsatz von Traffic Managern sowie bewusstseins-bildenden Maßnahmen. Für mehr Verkehrssicherheit setzt die ASFINAG auf bauliche Maßnahmen, wie zum Beispiel den Bau zweiter Tunnelröhren (Gleinalmtunnel oder Tunnelkette Klaus an der A 9 Pyhrnautobahn), sowie die Erneuerung von Tunnel-Sicherheitstechnik oder die Errichtung von Rastplätzen. Seit 2018 sind Traffic Manager auch auf den Autobahnen rund um Linz und Umgebung unterwegs. Gemeinsam mit den Traffic Managern in Wien und Umgebung wurden in 2018 über 13.000 Einsätze absolviert. Die ASFINAG startet zudem jedes Jahr eine große Verkehrssicherheitsinitiative zur Bewusstseinsbildung. Die Kampagne „Hallo Leben“ steht für ein sicheres Miteinander auf der Autobahn und gegen das „Risikogemisch“ Fehlverhalten/Selbst-überschätzung.

UNFALLANALYSEN UND SICHERHEITSMANAGEMENT

Geprüfte Sicherheit

Jedes Jahr kontrollieren unabhängige Sicherheitsgutachter rund 220 km Autobahnen und Schnellstraßen auf mögliche Schwachstellen. Durch diese Checks, die Road Safety Inspections (RSI), kann die ASFINAG vorbeugend reagieren. Geprüft werden zum Beispiel die Unfallumstände und -auffälligkeiten, die Beschaffenheit der Leiteinricht-ungen (Markierungen, Leitschienen), die Beschilderung und andere bauliche Einrichtungen und Absicherungen. Jeder bereits bestehende Streckenabschnitt wird zumindest alle zehn Jahre kontrolliert, Neubaustrecken innerhalb der ersten drei Jahre. Die ASFINAG beauftragt diese RSI-Überprüfungen seit 2004. Seit 2011 besteht dazu eine gesetzliche Verpflichtung.

Unfallschwere bleibt konstant

Die Unfallkostenrate zeigt, wie schwer die Unfälle in einem definierten Abschnitt waren. Sie ist ein in Österreich genormter und auch international üblicher Wert. Dabei werden die Kosten aller Verkehrsunfälle einer Unfallstelle mit dem jahresdurchschnittlichen täglichen Verkehr in Beziehung gesetzt. Allerdings variieren die nationalen Definitionen der gezählten Unfälle, was eine länderübergreifende Vergleichbarkeit kaum möglich macht.

Mit dem Preisstand 2016 wurden auch für unsere aktuelle Berechnungen die Werte angepasst, dh. die angenommenen Unfallkosten für getötete, schwer verletzte und leicht verletzte Personen wurden angehoben (um etwa 10-13 %, wir beziehen uns immer auf die Kosten inkl. menschlichem Leid). Nicht zuletzt deshalb haben wir für das vergangene Jahr 2017 eine geringfügig höhere Unfallkostenrate von 0,013 zu verzeichnen (im Vgl. 2016: 0,012).

Tabelle Unfallkosten in Österreich

Quelle: https://www.bmvit.gv.at/service/publikationen/verkehr/strasse/verkehrssicherheit/vsf/downloads/65_unfallkosten.pdf

Dieser annähernd gleichbleibende Wert bedeutet, dass wir unfalltechnisch keine groben Schwachstellen auf unserem Netz haben. Die Berechnungen der Unfallkostenraten sind ein erster Schritt in der Sicherheitsanalyse. Daraus erfolgen Reihungen und Prioritäten bei vertieften Verkehrssicherheitsuntersuchungen, die wiederum Maßnahmen wie z.B. einen Sicherheitsausbau ergeben.

Schlüssel-Kennzahlen (KPI)
Verkehrstote 33
Getötetenrate 0,0010
Unfälle (2017) 2.352
Unfallrate (2017) 0,074
Schwerverletzte (2017) 424
Schwerverletztenrate (2017) 0,013

Ziele aus 2018:

  • Reduktion von Verkehrstoten auf unter 50 
  • Reduktion der Unfälle
  • Reduktion der (schwer) verletzten Personen
  • Verkehrssicherheitsprogramm 2030 

Die Zahlen zu den Unfällen und (schwer) verletzten Personen liegen erst im Laufe des Jahres 2019 vor. Die Ziele werden nach Vorliegen dieser Zahlen evaluiert.


Ziele für 2019:

  • Wieder weniger als 50 Verkehrstote
  • Reduktion der Anzahl der Unfälle
  • Reduktion der (schwer) verletzten Personen
  • Operativer Start Verkehrssicherheitsprogramm 2030

Betroffene Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG):

SDG 3Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

GRI Disclosures:
103-1, 103-2, 103-3, 413-2, 416-1
SDG Targets:
3.6