RESSOURCENSCHONUNG

Für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen identifizierten wir – neben der Energie – vier Bereiche, die für uns wesentlich sind: Recycling, Streumitteleinsatz, Abfallmanagement und Wasserverbrauch.

Hohe Recyclingquote

Bei allen Bauvorhaben schreiben unsere Planungshandbücher den Einsatz ressourcenschonender, langlebiger Technik und Materialien vor, und wir bemühen uns um eine möglichst hohe Recyclingquote.

Die durchschnittliche Recyclingquote für alle im Jahr 2017 angefallenen Abbruch- und Aushubmaterialien ist aufgrund von Sondereffekten im Vergleich zu den vorherigen Jahren leicht gesunken und betrug 73%. Die Sondereffekte betreffen vorwiegend das mengenmäßig besonders relevante Aushubmaterial, da insbesondere in 2015 und 2016 vermehrt Aushubmaterial von Tunnelbauvorhaben deponiert werden musste. Die zuvor sehr hohe Quote von über 95% im Jahr 2016 sank somit auf 54%. Da die Projektstruktur der ASFINAG sehr heterogen ist – von Neubauprojekten bis zu technischen Sanierungen bestehender Brücken- und Tunnelbauwerke – ergeben sich jährliche, zum Teil sehr beträchtliche, Schwankungen beim Anfall von Aushub- und Abbruchmaterialien und den damit verbundenen technischen Möglichkeiten zur Wiederverwertung dieser Materialien.

Bei Betonabbruch und Asphaltabbruch waren die Änderungen gegenüber 2016 weniger signifikant. Betonabbruch konnte zu 86% in den Verwertungskreislauf gebracht werden, Asphaltabbruch zu 78%. In Summe bedeutet das, dass wir nach wie vor die seitens der EU geforderte 70%ige Verwertungsquote unseres Aushubmaterials, Beton- und Asphaltabbruchs erreichen und teilweise übertreffen.

Für 2018 wird wieder ein Anstieg der Recyclingmaterialien erwartet, da bei den in 2018 gestarteten Bauprojekten A5 und S7 mit einem hohen Aufkommen an Recyclingmaterialien, insbesondere Aushubmaterialien, zu rechnen ist. Bei Beton- und Asphaltabbruch sind geringe Änderungen gegenüber 2017 zu erwarten.

Recyclingmaterial und -quote

Vermehrter Streumitteleinsatz

Streumitteleinsatz

Im laufenden Betrieb unseres Streckennetzes ist der Einsatz von Streumitteln ein dominierender Ressourcenfaktor. Dieser Materialverbrauch ist naturgemäß von der Witterung bzw. der Strenge des Winters abhängig. Unabhängig davon streben wir kontinuierliche Effizienzverbesserungen an.

Im Jahr 2018 verzeichneten wir einen erneuten Anstieg des Salzverbrauchs, der jedoch weniger signifikant war als im Jahr 2017. Im Vergleich zu 2017 begann 2018 zunächst mit einem milderen Jänner, wurde dann jedoch aufgrund des späten und intensiven zweiten Wintereinbruchs im Februar und März zu einer verbrauchsintensiven Wintersaison.

Der Winterstart im November 2018 war überdurchschnittlich warm, entwickelte sich aber in den letzten Tagen des Jahres mit Rekordschneemengen und damit einer überdurchschnittlichen Anzahl an Einsatzstunden in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark zu einem intensiven Jahresabschluss.

An der Effizienzsteigerung im Winterdienst wurde weiterhin gearbeitet: In 2018 wurden 13 Salz-Streuautomaten mit erhöhtem Solegehalt (bis FS 100 = 100% Solegehalt) angekauft. Der Vorteil bei diesen Streuautomaten ist der effizientere Einsatz von Auftaumitteln, da die Verweildauer und Wirkungsdauer von Feuchtsalz auf der Fahrbahn höher ist als bei Trockensalz. Im Laufe des Jahres 2018 wurden darüber hinaus 3 Solemischanlagen mit Calciumchlorid (CaCl) auf die ressourcen-schonenderen Mischanlagen mit Natriumchlorid (NaCl) umgerüstet.

Im Jahr 2018 haben wir außerdem an der Optimierung der Räumrouten mit Hilfe einer Logistik-Software gearbeitet, um potenzielle Leerfahrten zu reduzieren.

Für das Jahr 2019 sind thermografische Befahrungen des gesamten Streckennetzes geplant. Dadurch sollen Zusammenhänge zwischen Lufttemperaturen und Fahrbahntemperaturen gefunden werden, um die Effizienz des Winterdienstes weiter erhöhen zu können. Die geplante Einführung der Prognosemodelle zur Bestimmung der Reifglätte und Fahrbahntemperatur wird voraussichtlich in der Wintersaison 2019/20 umgesetzt.

Ordnungsgemäßes Abfallmanagement

Abfallmanagement

Der Betrieb unserer Strecken verursacht ASFINAG-eigene Abfälle wie Straßenkehricht, Strauch-, Baum- und Grünschnitt. Weitere Abfälle entstehen durch Verkehrsteilnehmer, die ihren Unrat entweder in den dafür vorgesehenen Behältern an Park- und Rastplätzen, aber bedauerlicherweise auch entlang der Strecke wegwerfen. 2018 wurden an unseren Park- und Rastplätzen sowie durch unsere regelmäßigen Sammlungen neben den Straßen 8.763 t Abfall entsorgt, das sind um fast 6% mehr als 2017 und entspricht damit dem gestiegenen Verkehrsaufkommen.

Auf Park- und Rastplätzen wird keine Abfalltrennung durchgeführt. In den Jahren 2008 bis 2012 wurde gemeinsam mit der ARA (Altstoff Recycling Austria) an einigen Rast- und Parkplätzen ein Pilotprojekt zur Trennung der Abfälle durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass eine Trennung nicht zweckmäßig ist, da die für das Recycling anfallenden Abfälle stark verunreinigt und mit großen Fehlwürfen versehen waren. Die Abfälle wurden trotz getrennter Sammlung letztlich wieder dem Restmüll zugeführt. Sämtlicher Restmüll aus diesem Bereich wird von konzessionierten Entsorgungsfachbetrieben nach einem strengen Vergabeverfahren gesammelt und nach dem Stand der Technik verwertet.

Auf Autobahnmeistereien erfolgt eine vollständige Trennung der Abfälle. Um eine nachhaltige Abfallwirtschaft zu gewährleisten, wurden alle Abfalllager zur Genehmigung nach dem Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) zur Bewilligung eingereicht.

Baumschnitt wird überwiegend in ASFINAG-eigenen oder externen Hackschnitzelverbrennungs-anlagen zur Wärmeerzeugung verbrannt. Straßenkehricht der ASFINAG besteht im Wesentlichen aus einem Staub-Sandgemisch, mit biogenem Anteil vom Begleitgrün. Der Abfall kann aufgrund des hohen Feinstoffanteils nicht verwertet werden und wird daher gemäß Deponieverordnung deponiert.

Die ASFINAG betreibt fast 1000 Gewässerschutz- und Ölabscheideanlagen. Mit diesen Anlagen werden die Straßenabwässer, mit Ausnahme des Chlorids, gereinigt. Gewässerschutzanlagen bestehen in der Regel aus zwei Anlagenteilen. Der erste Anlagenteil ist das Absetzbecken für den Rückhalt der Sedimente und aufschwimmenden Leichtflüssigkeiten (Treibstoffe, Öle usw.). Der zweite Anlagenteil besteht aus einem Filterbecken. In diesem Becken werden die gelösten Stoffe und Restsedimente gefiltert. Die Anlagen besitzen Absperrschieber, damit bei einem Unfall austretende wassergefährdende Stoffe in der Anlage zurückgehalten werden können. Die Rückstände aus den Absetzbecken werden in chemisch-physikalischen Anlagen derart aufbereitet, dass der flüssige Anteil in den öffentlichen Kanal oder in die Vorflut eingeleitet werden kann. Der Feststoffanteil wird für die Deponierung vorbereitet.

Geplante Wassereinsparungen

Zusätzlich zum Anschluss an öffentliche Wasserversorgungen besitzt die ASFINAG Wasserrechte für 34 Trinkwasser-Versorgungsanlagen, dazu kommen eigene Nutzwasser-Versorgungsanlagen. Aufgrund der Vielzahl an Entnahmestellen und deren räumlicher Verteilung verfügen wir über keine konsolidierten Daten zu unserem Wasserverbrauch. Für 2018 wurde das Ziel gesetzt, den gesamten Wasserverbrauch der ASFINAG zu erheben, mit dem Ergebnis, dass eine zentrale automatisierte Erfassung derzeit technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Bei vielen Tunnelanlagen existieren auch eigene lokale Wasserversorgungsanlagen der ASFINAG ohne Wasserzähler.

Als wesentliche Verbrauchsfaktoren identifizierten wir die Wasserversorgung unserer Park- und Rastanlagen sowie die Straßen- und Tunnelreinigung und arbeiten daher in diesen beiden Bereichen an laufenden Wassereinsparungen bzw. der Reduktion des Trinkwasseranteils: Für die Reinigung der Straßen mit der Kehrmaschine nutzen wir weitgehend Brauchwasser. Seit 2016 setzen wir für das Kanalspülen und das Reinigen der Ölabscheider nur noch Dienstleister ein, deren Saugtankfahrzeuge über eine Wasserrecyclinganlage verfügen. In 2017 wurde die geplante bedarfsgerechte Tunnelreinigung im Großteil von Österreich erfolgreich umgesetzt. Damit wollen wir sowohl den Wasser- als auch den Energieverbrauch optimieren. Für die Reinigung ist kein vorgegebener Zeitplan, sondern die aktuelle Verschmutzung des Tunnels entscheidend. Denn sie beeinflusst auch das Beleuchtungsniveau und den dafür benötigten Energieeinsatz.

Schlüssel-Kennzahlen (KPI)
Recyclingquote (2016) 73%
Streumitteleinsatz (t) 97.707
Abfall von Park- und Rastplätzen (t) 8.763
Abfall / Fahrleistung (kg/mio km) 270

Ziele aus 2018:

  • Erfassung von Wasserverbrauchsdaten
  • Halten der hohen Recyclingquote 

Ziele für 2019:

  • Reduktion des CaCl-Verbrauchs durch Umstellung auf NaCl-Solemischanlagen
  • Reduktion des Streumittel-Verbrauchs durch erhöhten Einsatz von Salz-Sole, präventive Streumaßnahmen und Schulung der Mitarbeitenden
  • Durchführung frühzeitiger Analysen von anstehenden Abbruchmassen zur vorausschauenden Planung der Wiederverwertung

Betroffene Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG):

SDG 6Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
SDG 8Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
SDG 9Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
SDG 12Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

GRI Disclosures:
103-1, 103-2, 103-3, 301-1, 303-1, 306-2
SDG Targets:
6.3, 8.4, 9.4, 12.2, 12.4, 12.5