Sichere Straßen

Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen sollen auch weiterhin zu den sichersten in Europa zählen! Daran arbeiten wir konsequent. Aufgrund der steigenden Verkehrsdichte ist das eine wachsende Herausforderung.

2020 kamen insgesamt 34 Personen (vorläufiger Wert) auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen ums Leben. Das sind 2 Personen weniger als 2019, jedoch bei einer COVID-19-bedingt wesentlich geringeren Fahrleistung. Die Getötetenrate (Anzahl der getöteten Personen bezogen auf 1 Mio. Kraftfahrzeugkilometer) lag 2019 mit 36 Getöteten bei 1,095 Getöteten pro Mrd. Kfz-km. 2020 liegt dieser Wert mit 34 Getöteten (vorläufig) bei 1,295 pro Mrd. Kfz-km, also etwa 18% höher. Ablenkung, Unachtsamkeit und nicht angepasster Abstand, oftmals auch in Kombination, waren dabei erneut die Hauptursachen.

Weitere Unfallzahlen für 2020 liegen derzeit noch nicht vor. Im Jahr 2019 konnte erneut ein leichter Rückgang der Unfallzahlen verzeichnet werden. Leider ereigneten sich jedoch mehr Unfälle mit schwerverletzten Personen. Alle Angaben in diesem Bericht betreffen ausschließlich Unfälle mit Personenschaden auf unserem Netz.

Maßnahmen zur Verkehrssicherheit

Um die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern, führen wir regelmäßige verschiedenartige Analysen durch. Diese zeigen einerseits, dass wir uns in Österreich auf einem sehr hohen Sicherheitsniveau befinden und die meisten Unfälle statistisch zufällig und somit nicht ausreichend konkret vorhersehbar sind. Andererseits weisen sie auf Gefahrenpotenziale hin, die wir gezielt bekämpfen. Aktuell liegen unsere Schwerpunkte beim Erhalt und Ausbau bestehender Straßen, wie z.B.:

  • S 36 Murtal Schnellstraße Ausbau Judenburg – Georgen ob Judenburg
  • S 31 Burgenland Schnellstraße Sicherheitsausbau Forchtenstein – Sieggraben
  • A 1 West Autobahn / S 33 Kremser Schnellstraße Sanierung und Verbreiterung zwischen Knoten St. Pölten und St. Pölten Nord
  • A 10 Tauern Autobahn Generalerneuerung zwischen Puch-Urstein bis Hallein
  • A 23 Südosttangente Wien Generalerneuerung Hochstraße St. Marx und Knoten Kaisermühlen
  • A 7 Mühlkreis Autobahn Erneuerung der Betriebs- und Sicherheitstechnik im Tunnel Bindermichl/Niedernhart

Wir setzen zudem auf den weiteren Ausbau des Einsatzgebiets der Traffic Manager, sowie auf bewusstseinsbildende Maßnahmen. Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ist die ASFINAG auch auf die Unterstützung der Exekutivbehörden bei Kontrollen angewiesen. Das System Straße entwickelt sich laufend weiter, und die ASFINAG ist bestrebt die Chancen, die sich durch die Vernetzung zwischen Fahrzeug und Infrastruktur ergeben (C-IST), zu fördern. Darüber hinaus initiiert die ASFINAG jedes Jahr eine große Verkehrssicherheitsinitiative zur Bewusstseinsbildung. Im Jahr 2020 lag der Fokus auf Tunnelsicherheit. Unter dem Titel „Tunnelfit? Mach mit!“ wurden Abstand, Tempo und Signale thematisiert und wertvolle Tipps für das Verhalten im Tunnel gegeben.

Kernstrategie Verkehrssicherheit

Im Jahr 2019 wurde die Kernstrategie Verkehrssicherheit erarbeitet, darin eingebettet ist das Verkehrssicherheitsprogramm 2030. Mit dem Programm verfolgt die ASFINAG das Ziel, Autobahnen und Schnellstraßen zu einem sicheren System zu entwickeln, das kleinere Fehler des Menschen durch die Bereitstellung geeigneter Infrastruktur ausgleichen kann. Gefordert werden bei diesem System nicht nur die ASFINAG, sondern auch die Einsatzkräfte, die Fahrzeughersteller und die Lenkerinnen und Lenker. Konkret bedeutet das, dass Unfälle möglichst zu keinen Todesopfern oder Schwerverletzten führen sollen, die Infrastruktur so beschaffen sein muss, dass sie kleine Fahrfehler ausgleicht und dadurch tödliche oder schwere Verletzungen verhindert werden.

Das Verkehrssicherheitsprogramm umfasst 13 Handlungs- und acht Themenfelder mit dem übergeordneten Ziel, null Verkehrstote und Schwerverletzte zu verzeichnen. Der Leitsatz lautet daher:

Wir wollen für unsere Kundinnen und Kunden die sichersten Straßen in Europa und machen daher unsere Autobahnen und Schnellstraßen nachhaltig zu einem „Safe System“

Verkehrssysteme unterscheiden sich nach Region und Art – es ist daher erforderlich, die Strategien an die lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse anzupassen, das heißt mit systemweiten Maßnahmen eine positive Verkehrssicherheitskultur zu entwickeln. Wir nennen diesen proaktiven Ansatz den „Systemischen Sicherheitsansatz der ASFINAG“ – denn Verkehrssicherheit ist Teamwork!

Die Handlungsfelder

Das Verkehrssicherheitsprogramm umfasst die folgenden Handlungsfelder:

Weil das System Straße mehr als nur die Infrastruktur umfasst, wurden im neuen Verkehrssicherheitsprogramm auch acht Themenfelder benannt, die über die Infrastruktur hinaus wesentliche Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit haben. Dazu gehören unter anderem das Ereignismanagement, die Fahrtauglichkeit und das Fahrverhalten, die Fahrzeugausstattung, aber auch die Kontrolle und generell Verbote und Gebote.

Das neue Programm bis 2030 ist dabei als ein Prozess zu verstehen, der jährlich evaluiert und laufend adaptiert und erweitert wird. Mehr Informationen zum Programm finden Sie unter: http://verkehrssicherheit.asfinag.at/.

Klare und transparente Ziele

Unsere Sicherheitsarbeit muss messbar sein. Für die Jahre bis 2030 haben wir uns deshalb ambitionierte Ziele für die Reduktion von Verkehrstoten, Schwerverletzten und Unfällen gesetzt. Zusätzlich wollen wir eine ganze Reihe von spezifischen Teilzielen und Kennzahlen erreichen, die sicherheitsrelevante ASFINAG Aktivitäten repräsentieren.

Aufbauend auf den Haupt- und Subzielen gibt es als Steuerungshilfe insgesamt 15 Teilziele und Kennzahlen, die die Qualität der Sicherheitsarbeit in den zahlreichen Fachbereichen der ASFINAG und ihrer Kooperationspartner widerspiegeln. Diese wurden den Systemkomponenten Infrastruktur, Fahrzeug und Verkehrsverhalten zugeteilt sowie nach den Wirkungsmechanismen Unfallvermeidung oder Verringerung der Unfallschwere gruppiert. Das Hauptziel lautet jedenfalls: Weniger als eine getötete Person pro eine Milliarde gefahrener Kilometer auf dem Straßennetz der ASFINAG. Dafür werden folgende Hauptmaßnahmen gesetzt:

  • Laufende Evaluierung und Entwicklung weiterer Verbesserungen
  • Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen von Umsetzungsprojekten
  • Erhalt des bereits Erreichten und Umgesetzten in den Handlungsfeldern

Unfallanalysen und Sicherheitsmanagement

Geprüfte Sicherheit
Jedes Jahr kontrollieren unabhängige Sicherheitsgutachter rund 220km Autobahnen und Schnell-straßen auf mögliche Schwachstellen. Durch diese Checks, die Road Safety Inspections (RSI), kann die ASFINAG vorbeugend reagieren. Geprüft werden zum Beispiel die Unfallumstände und -auffälligkeiten, die Beschaffenheit der Leiteinrichtungen (Markierungen, Leitschienen), die Beschilderung und andere bauliche Einrichtungen und Absicherungen. Jeder bereits bestehende Streckenabschnitt wird zumindest alle zehn Jahre kontrolliert, Neubaustrecken innerhalb der ersten drei Jahre. Die ASFINAG beauftragt diese RSI-Überprüfungen seit 2004. Seit 2011 besteht dazu eine gesetzliche Verpflichtung.

Unfallschwere bleibt konstant
Die Unfallkostenrate zeigt, wie schwer die Unfälle in einem definierten Abschnitt waren. Sie ist ein in Österreich genormter und auch international üblicher Wert. Dabei werden die Kosten aller Verkehrsunfälle einer Unfallstelle mit dem jahresdurchschnittlichen täglichen Verkehr in Beziehung gesetzt. Allerdings variieren die nationalen Definitionen der gezählten Unfälle, was eine länderübergreifende Vergleichbarkeit kaum möglich macht.

Mit dem Preisstand 2016 wurden auch für unsere aktuellen Berechnungen die Werte angepasst, d.h. die angenommenen Unfallkosten für getötete, schwer verletzte und leicht verletzte Personen wurden angehoben (um etwa 10-13%). Diese beziehen sich immer auf die Kosten inkl. menschlichem Leid. 2019 konnte die durchschnittliche Unfallkostenrate mit einem Wert von 0,011 (im Vergleich 2017: 0,013, 2018: 0,010) stabil auf sehr gutem Niveau gehalten werden.

Dieser annähernd gleichbleibende Wert bedeutet, dass wir unfalltechnisch keine groben Schwachstellen auf unserem Netz haben. Die Berechnungen der Unfallkostenraten sind ein erster Schritt in der Sicherheitsanalyse. Daraus erfolgen Reihungen und Prioritäten bei vertieften Verkehrssicher-heitsuntersuchungen, die wiederum Verbesserungsmaßnahmen ergeben.

Unfallkosten

Unsere Ziele und Maßnahmen

Unser Beitrag zu den SDGs und Zielen

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Ziel:

3.6: Bis 2020 die Zahl der Todesfälle und Verletzungen infolge von Verkehrsunfällen weltweit halbieren

Unser Beitrag:

In den letzten zehn Jahren konnte die Anzahl der getöteten Personen auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen um fast die Hälfte reduziert werden. Um die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen, setzen wir auf den Erhalt und Ausbau von bestehenden Straßen, Ausbau des Einsatzgebiets der Traffic Manager, sowie auf bewusstseinsbildende Maßnahmen.

Wir wollen für unsere Kundinnen und Kunden die sichersten Straßen in Europa und machen daher unsere Autobahnen und Schnellstraßen nachhaltig zu einem „Safe System“. Das ASFINAG Verkehrssicherheits-programm steuert und sichert die Erreichung der ambitionierten Ziele.

GRI Disclosures:
103-01
Angaben zum Managementansatz
103-02
Angaben zum Managementansatz
103-03
Angaben zum Managementansatz
413-02
Geschäftstätigkeiten mit erheblichen tatsächlichen oder potenziellen negativen Auswirkungen…
416-01
Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und Dienstleistungskategorien…


SDG Targets:
3.6
Bis 2020 die Zahl der Todesfälle und Verletzungen infolge von Verkehrsunfällen weltweit halbieren

Verfügbarkeit unseres Straßennetzes