Energie und Emissionen im Betrieb

Eine der wichtigsten Ressourcen für den laufenden Betrieb von Autobahnen und Schnellstraßen ist Energie. Das steigende Verkehrsaufkommen, zusätzliche Straßen- und Tunnelanlagen sowie neue Sicherheitsbestimmungen führen zu einem immer höheren Bedarf. Unser Fokus liegt daher auf Energieeffizienz, dem Umstieg auf erneuerbare Energie und der Optimierung unseres Energiemanagementsystems.

Für die laufende Evaluierung erstellen wir jährlich eine Energiebilanz. Die Emissions- und Energiekennzahlen für 2020 liegen erst im Laufe des Jahres 2021 vor und werden im Rahmen des Nachhaltigkeits-Updates veröffentlicht. Die aktuellen Zahlen beziehen sich daher auf das Jahr 2019.

Im Kalenderjahr 2019 hat sich unser eigener Energieverbrauch (Scope 1) gegenüber 2018 geringfügig um 4,1% auf 200,1 GWh reduziert. Der Primärenergieverbrauch (inkl. Scope 2) sank damit ebenfalls um 4,1% auf 246,5 GWh.

Energieverbrauch

Berücksichtigt man den Verkehrszuwachs, konnte der Energieverbrauch pro Fahrleistung deutlich von 6.425 kWh/Mio. km im Jahr 2018 auf 6.087 kWh/Mio. km im Jahr 2019 reduziert werden.

In Summe führen die deutlich wachsenden Anforderungen an verbesserte Sicherheitseinrichtungen in Tunnelanlagen zu einem höheren Energiebedarf (z.B. Beleuchtungsintensität der Tunnel).

Energieverbrauch in GWh nach Quellen

Fokus: Tunnelsicherheit

Die größten Energieverbraucher sind unsere Tunnelanlagen. In den vergangenen Jahren wurden aufgrund der Straßentunnelsicherheitsgesetz-Initiative zahlreiche Anlagen neu errichtet und saniert bzw. entsprechend der neuen Sicherheitsbestimmungen mit besserer Beleuchtung und leistungsfähigerer Belüftung sowie generell verbesserten Betriebs- und Sicherheitseinrichtungen ausgestattet. Das führte zu einem deutlich höheren Energiebedarf.

Anteile Energiebedarf 2019

Dank umfassender Effizienzmaßnahmen konnte der Energiebedarf für die Beleuchtung im Tunnel trotz steigender Anforderungen 2020 weiter gesenkt werden, dazu wurden die bereits 2019 erprobten LED-Retrofit-Lösungen in Tunnelanlagen weiter umgesetzt. Bei dieser Optimierungslösung wird das „Innenleben“ der Tunnelleuchten von konventionellen Leuchtmitteln auf LEDs umgestellt und dadurch eine Energieeinsparung von bis zu 30% erzielt. Zu den bereits umgerüsteten 5 Tunnelanlagen aus 2019 wurden weitere 12 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 13,4 Röhrenkilometer umgerüstet. Zusätzlich wurden 2020 auch Beleuchtungen an 11 Rastplätzen mit einer Gesamtlänge von 4,1Kilometer auf LED umgerüstet.

Hoher Anteil erneuerbarer Energie

Um negative Umwelteinflüsse zu minimieren, setzen wir konsequent auf erneuerbare Energieträger: Seit 2016 bezieht die ASFINAG nur mehr Strom aus erneuerbarer Energie. Zusätzlich forcieren wir die eigene Energieerzeugung. Die Errichtung und der Betrieb von Photovoltaik-Anlagen wurde im Jahr 2018 aus dem Pilotstadium in den Regelbetrieb übergeführt. Die Tunnelportale und Dachflächen auf den ASFINAG-Standorten sind gut geeignet, um Photovoltaik-Anlagen zu errichten und den vor Ort erzeugten Strom direkt dort zu verwenden, wo er verbraucht wird. Bis Ende 2019 waren bereits 11 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 650 kWp in Betrieb. 2020 setzte sich der Ausbau fort und es konnten 5 weitere Anlagen mit einer zusätzlichen Gesamtleistung von 440 kWp in Betrieb genommen werden. Es waren dies PV-Anlagen in den Autobahnmeistereien Flachau, Klagenfurt, Knittelfeld, Lieserhofen und Villach.

Es ist das erklärte Ziel der ASFINAG, dort Eigenenergie zu erzeugen, wo 100% der erzeugten Energie auch verbraucht werden. Deshalb sind auch für 2021 weitere 13 Photovoltaik-Anlagen in Tunnelnähe und auf ASFINAG Standorten mit einer zusätzlichen Gesamtleistung von 6.300 kWp in Planung bzw. im Bau. Es ist darüber hinaus geplant, photovoltaische Großanlagen mit bis zu 1 Megawatt Peak (MWp) zu errichten.

2020 konnte auch das Projekt des Kleinwasserkraftwerks am Gonderbach zur Versorgung des Flirscher Tunnels auf der Arlberg Schnellstraße mit Strom aus Wasserkraft realisiert werden. Damit stehen weitere 140 kWp zur Eigenstrom-Erzeugung zur Verfügung.

Trotz hohen Energiebedarfs tragen die Tunnelanlagen daher nur mehr zu 8% zu unserem Treibhausgasausstoß bei. Seit 2012 konnten die durch Tunnelanlagen verursachten Treibhausgas-Emissionen – trotz des Baus zusätzlicher Tunnelröhren und leistungsfähigerer technischer Ausrüstung der Tunnel – von 22.100 t um über 90% auf 2.100 t im Jahr 2019 reduziert werden. Der Anteil der erneuerbaren Energie bei unserem Primärenergiebezug stieg im gleichen Zeitraum von 25% auf 57%. Im Vergleich zu 2018 (58%) stellt dies eine leichte Reduktion des Anteils erneuerbarer Energie dar – trotz der weiteren Installation von Photovoltaik-Anlagen. Mit der Inbetriebnahme von 9 weiteren Photovoltaikanlagen bei den Autobahnmeistereien Bruck/L, Ansfelden, Liefering und St.Michael sowie im Bereich der Tunnel Plabutsch, Semmering und Amberg ist sichergestellt, dass der Anteil erneuerbarer Energien im Jahr 2021 weiter steigen wird. Neben den angeführten PV-Anlagen ist für 2021 zusätzlich der Bau eines Kleinwasserkraftwerks am Kara-wankentunnel geplant.

Auch die im Eigentum der ASFINAG stehenden Gebäude wie Autobahnmeistereien oder Büros werden kontinuierlich thermisch saniert, und alte Heizungen werden durch energieeffiziente Heizsysteme ersetzt. Damit ist heute unsere Fahrzeugflotte der größte eigenverursachte Emittent.

Durch den hohen Anteil erneuerbarer Energie beim Strombezug konnten die Treibhausgas-Emissionen 2019 insgesamt leicht reduziert werden. Die Emissionen (inkl. Scope 2) sanken um rund 2,7% von 28.710 t auf 27.950 t. Bezogen auf die Fahrleistung zeigt sich gegenüber 2018 eine Reduktion um 3,8%.

2019 betrug der Anteil von CO2 an den Treibhausgas-Emissionen 95,5% (vor allem aus der Verbrennung fossiler Energie), der Anteil von CH4 2,7% (vor allem aus Verlusten bei Erdgas-Förderung und -Transport) und der Anteil von N2O 1,8% (vor allem aus Fahrzeugen und der Produktion von Biodiesel).

Durch den hohen Anteil erneuerbarer Energie beim Strombezug konnten die Treibhausgas-Emissionen 2019 insgesamt leicht reduziert werden. Die Emissionen (inkl. Scope 2) sanken um rund 2,7% von 28.710 t auf 27.950 t. Bezogen auf die Fahrleistung zeigt sich gegenüber 2018 eine Reduktion um 3,8%.

2019 betrug der Anteil von CO2 an den Treibhausgas-Emissionen 95,5% (vor allem aus der Verbrennung fossiler Energie), der Anteil von CH4 2,7% (vor allem aus Verlusten bei Erdgas-Förderung und -Transport) und der Anteil von N2O 1,8% (vor allem aus Fahrzeugen und der Produktion von Biodiesel).

Durch den hohen Anteil erneuerbarer Energie beim Strombezug fiel die Steigerung der Treibhausgas-Emissionen 2018 insgesamt gering aus: Die Emissionen erhöhten sich (inkl. Scope 2) um rund 1,7% von 28.217 t auf 28.710 t. Bezogen auf die Fahrleistung zeigt sich gegenüber 2017 eine leichte Reduzierung von 1%.

2018 betrug der Anteil von CO2 an den Treibhausgas-Emissionen 95,4% (vor allem aus der Verbrennung fossiler Energie), der Anteil von CH4 2,7% (vor allem aus Verlusten bei Erdgas-Förderung und -Transport) und der Anteil von N2O 1,8% (vor allem aus Fahrzeugen und der Produktion von Biodiesel).

Umstellung auf alternative Antriebssysteme

2020 konnten wir 20% unserer rund 500 Dienstwagen und Poolautos – also etwa 100 Fahrzeuge – mit elektrischem Antrieb in Betrieb nehmen. Weitere Bestellungen sind bereits geplant, ab 2021 sind keine Bestellungen von PKW mit Verbrennungsmotoren mehr vorgesehen. Für das Laden der E-Fahrzeuge der Mitarbeitenden werden unsere Betriebsstandorte mit der nötigten Ladeinfrastruktur ausgerüstet. Mit Ende 2020 waren an 52 ASFINAG-Standorten 27 kombinierte 50 kW DC (Gleichstrom) / 22 kW AC (Wechselstrom) mit je 2 Ladepunkten und 36 22 kW AC mit je einem Ladepunkt in Betrieb. Für unsere im Winterdienst eingesetzten schweren LKW gibt es derzeit noch kein Angebot an Elektro-Fahrzeugen.

Auch die zukünftigen Möglichkeiten für den Einsatz von Wasserstoffantrieb bei Schwer-LKWs werden geprüft. wurde ein Projekt in Kooperation mit dem AEE INTEC (Institut für Nachhaltige Technologien), der Hochschule für Technik Rapperswil, dem IET (Institut für Energietechnik) und der Frank Energy GmbH ins Leben gerufen, um bei der Autobahnmeisterei (ABM) Inzersdorf eine Wasserstofftankstelle zu konzipieren. Die Studie wurde im November 2019 abgeschlossen. Ein Pilotprojekt für die Errichtung einer Wasserstofftankstelle bei der ABM Inzersdorf ist jedoch aufgrund der derzeit noch hohen Effizienzverluste und fehlenden Wirtschaftlichkeit vorerst nicht geplant.

Weniger Dienstreisen

Um die Umweltbeeinträchtigungen durch Dienstreisen zu reduzieren, forcieren wir seit mehreren Jahren das Abhalten von Videokonferenzen – und das mit vollem Erfolg: 2019 wurden bereits 6.378 Videokonferenzen abgehalten. 2017 wurde begonnen, die Telefonanlagen mit der Videokonferenzfunktion zu koppeln, um das gleichzeitige Läuten am PC und Smartphone zu ermöglichen. Auch die Teilnahme an Videokonferenzen für externe Partner in laufenden Konferenzen wurde erleichtert.

Videokonferenzen

Verbessertes Energiemanagement

Um die steigenden Anforderungen an das Energiemanagement bestmöglich zu erfüllen, ist für 2021 die Einführung des Managementsystems nach ISO 50001 geplant, dessen Einführung aufgrund des ASFINAG-Updates und der daraus resultierenden Organisationsänderungen erneut verschoben wurde.

Unsere Ziele und Maßnahmen

Unser Beitrag zu den SDGs und Zielen

Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Ziel:

7.2: Bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix deutlich erhöhen

7.3: Bis 2030 die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppeln

7.a: Bis 2030 die internationale Zusammenarbeit verstärken, um den Zugang zur Forschung und Technologie im Bereich saubere Energie, namentlich erneuerbare Energie, Energieeffizienz sowie fortschrittliche und saubere Technologien für fossile Brennstoffe, zu erleichtern, und Investitionen in die Energieinfrastruktur und saubere Energietechnologien fördern

Unser Beitrag:

Die ASFINAG ist bestrebt, den Einsatz erneuerbarer Energieträger konsequent umzusetzen. Zum einen wird auf Strom aus erneuerbarer Energie gesetzt, weiters wir die eigene Energieerzeugung durch die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen stetig ausgebaut.

Mit umfassenden Maßnahmen arbeitet die ASFINAG an einer kontinuierlichen Steigung der Energieeffizienz. Dadurch konnte z.B. der Energiebedarf für die Beleuchtung im Tunnel trotz steigender Anforderungen in den letzten Jahren gesenkt werden.

Zur Erforschung zukünftiger Möglichkeiten und Technologien forciert die ASFINAG Kooperationen mit internationalen Forschungseinrichtungen sowie eine länderübergreifende Zusammenarbeit.

Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Ziel:

9.4: Bis 2030 die Infrastruktur modernisieren und die Industrien nachrüsten, um sie nachhaltig zu machen, mit effizienterem Ressourceneinsatz und unter vermehrter Nutzung sauberer und umweltverträglicher Technologien und Industrieprozesse, wobei alle Länder Maßnahmen entsprechend ihren jeweiligen Kapazitäten erfreigen

Unser Beitrag:

Die Bereitstellung der benötigten Infrastruktur für umweltschonende (Antriebs) Technologien am ASFINAG Netz ist ein wesentlichen Entwicklungsfeld. Das beinhaltet sowohl Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge der Mitarbeitenden an den Betriebsstandorten als auch die Berücksichtigung von möglichen alternativen Antriebstechnologien und der benötigten Infrastruktur in Forschung, Entwicklung und Innovation.

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Ziel:

13.1: Die Widerstandskraft und die Anpassungsfähigkeit gegenüber klimabedingten Gefahren und Naturkatastrophen in allen Ländern stärken

13.2: Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbeziehen

Unser Beitrag:

Im Sinne der Stärkung der Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit der ASFINAG wurde 2020 der Prozess zur Integration von Klimarisiken gestartet.

Die ASFINAG tritt regelmäßig mit Vertretern und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung in Kontakt, um sich proaktiv in die Gestaltung von Strategien und Maßnahmen zum Klimaschutz einzubringen.

GRI Disclosures:
102-12
Externe Initiativen
103-01
Angaben zum Managementansatz
103-02
Angaben zum Managementansatz
103-03
Angaben zum Managementansatz
302-01
Energieverbrauch innerhalb der Organisation
302-03
Energieintensität
302-04
Verringerung des Energieverbrauchs
305-01
Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
305-02
Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2)
305-04
Intensität der THG-Emissionen
305-05
Senkung der THG-Emissionen
305-07
Stickstoffoxide (NOX), Schwefeloxide (SOX) und andere signifikante Luftemissionen


SDG Targets:
7.2
Bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix deutlich erhöhen
7.3
Bis 2030 die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppeln
7.a
Bis 2030 die internationale Zusammenarbeit verstärken, um den Zugang zur Forschung und Technologie im Bereich saubere Energie, namentlich erneuerbare Energie, Energieeffizienz sowie fortschrittliche und saubere Technologien für fossile Brennstoffe, zu erleichtern, und Investitionen in die Energieinfrastruktur und saubere Energietechnologien fördern
8.4
Bis 2030 die weltweite Ressourceneffizienz in Konsum und Produktion Schritt für Schritt verbessern und die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung anstreben, im Einklang mit dem Zehnjahres-Programmrahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster, wobei die entwickelten Länder die Führung übernehmen
9.4
Bis 2030 die Infrastruktur modernisieren und die Industrien nachrüsten, um sie nachhaltig zu machen, mit effizienterem Ressourceneinsatz und unter vermehrter Nutzung sauberer und umweltverträglicher Technologien und Industrieprozesse, wobei alle Länder Maßnahmen entsprechend ihren jeweiligen Kapazitäten ergreifen
12.2
Bis 2030 die nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen erreichen
13.1
Die Widerstandskraft und die Anpassungsfähigkeit gegenüber klimabedingten Gefahren und Naturkatastrophen in allen Ländern stärken
13.2
Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbeziehen

RessourcenschonungVerkehrsemissionen