Mitarbeitergesundheit und -sicherheit

Die ASFINAG ist nach dem Qualitätsmanagementsystem ISO 9001 zertifiziert und gewährleistet nach diesem Standard auch gesunde und sichere Arbeitsplätze. Entsprechend umfangreich sind die Schulungsmaßnahmen und das Angebot für Gesundheitsvorsorge und Arbeitssicherheit. Im Jahr 2020 konnten wir die Zahl der Arbeitsunfälle gegenüber dem Vorjahr von 63 auf 56 reduzieren.

2020 ereigneten sich 56 Arbeitsunfälle. Im Jahr zuvor waren es 63 (2019). Dadurch reduzierte sich auch die durchschnittliche Zahl der Arbeitsunfälle pro 200.000 Arbeitsstunden weiter von 2,3 auf 2,0 gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der arbeitsunfallbedingten Ausfalltage verringerten sich auf 871 (2019: 913) und die durchschnittliche Zahl der Arbeitsunfalltage pro 200.000 Arbeitsstunden auf 30,7 (2019: 32,7) im Jahr 2020.

Leichte Verletzungen, die nur Erste-Hilfe-Maßnahmen erfordern und keine Ausfalltage zur Folge haben, werden nicht als Arbeitsunfälle gezählt. Als Arbeitsunfalltage gelten ausgefallene Sollarbeitstage ab dem Tag nach dem Unfall.

2020 ereigneten sich insgesamt 8 von 56 Unfällen, die als schwer einzustufen sind (Ausfallzeit über 23 Tage):

  • 5 Unfälle aufgrund von Sturz oder Fall
  • 2 Unfälle ereigneten sich beim Heben eines Schachtdeckels
  • 1 Unfall ereignete sich durch eine Schnittverletzung beim Arbeiten mit der Motorsense

Unser Qualitätsmanagement-Prozess „Arbeitnehmerschutz gewährleisten“ wurde 2020 vollständig überarbeitet und aktualisiert. Das Schulungsprogramm zum Thema Gesundheit und Sicherheit wurde auch im Jahr 2020 unverändert fortgeführt. Dabei wird vor allem auf kontinuierliche Verbesserung und Prävention gesetzt.

Leichte Verletzungen, die nur Erste-Hilfe-Maßnahmen erfordern und keine Ausfalltage zur Folge haben, werden nicht als Arbeitsunfälle gezählt. Als Arbeitsunfalltage gelten ausgefallene Sollarbeitstage ab dem Tag nach dem Unfall.

2020 ereigneten sich insgesamt 8 von 56 Unfällen, die als schwer einzustufen sind (Ausfallzeit über 23 Tage):

  • 5 Unfälle aufgrund von Sturz oder Fall
  • 2 Unfälle ereigneten sich beim Heben eines Schachtdeckels
  • 1 Unfall ereignete sich durch eine Schnittverletzung beim Arbeiten mit der Motorsense

Unser Qualitätsmanagement-Prozess „Arbeitnehmerschutz gewährleisten“ wurde 2020 vollständig überarbeitet und aktualisiert. Das Schulungsprogramm zum Thema Gesundheit und Sicherheit wurde auch im Jahr 2020 unverändert fortgeführt. Dabei wird vor allem auf kontinuierliche Verbesserung und Prävention gesetzt.

Arbeitnehmerschutz gewährleisten

Reaktion auf die COVID-19-Pandemie

Als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie wurde umgehend mit Beginn des ersten Lockdowns im März ein Krisenstab eingerichtet, um gemeinsam mit der Arbeitsmedizin das Risiko für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bestimmen und entsprechende Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung zu setzen, wie beispielsweise die Heimarbeit oder Alleinarbeit. Auch geeignete Schutzausrüstungen wie Schutzmasken und Desinfektionsmittel wurden konzernweit beschafft. Die Mitarbeitenden wurden zeitnah berufsgruppenspezifisch geschult und über die notwendigen Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung mit COVID-19 instruiert. Zur raschen Umsetzung der notwendigen Unterweisungen wurde dazu auch die vorhandene E-Learning-Plattform genutzt.

Der Arbeitnehmerschutz ist seither sehr umfangreich in die Beratung der Mitarbeitenden und Führungskräfte sowie das Contact Tracing eingebunden.

Evaluierung von Gesundheits- und Sicherheitsrisiken

Entsprechend den Vorgaben des Prozesses „Arbeitnehmerschutz gewährleisten“ evaluieren wir alle Arbeitsplätze und Tätigkeiten hinsichtlich ihres Unfallrisikos. Die Ergebnisse sind in einer Risikomatrix dargestellt. Diese zeigt, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonderen Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt sein können und enthält notwendige Maßnahmen zur Risikoreduktion. In dieses System sind auch Lieferantinnen und Lieferanten miteinbezogen. Entlang der diversen Tätigkeitsbereiche der ASFINAG können dahingehend folgende Gefährdungsbereiche identifiziert werden, die ein hohes Risiko für schwere Verletzungen oder chronische Erkrankungen bergen: z. B. Gefährdungen durch fließenden Verkehr, im Zuge von Absicherungsarbeiten, bei der Durchführung von Erste-Hilfe-Leistungen, durch Brandereignisse, Gefährdungen durch Arbeiten im Abluftkanal sowie durch Ankerbruch bei Ankerprüfungen.

Ein wesentliches Ziel dieses Prozesses besteht darin, die sehr umfangreichen sicherheitstechnischen Vorgaben aus diversen Gesetzen, Normen, Richtlinien und Standards möglichst einfach und an die jeweiligen Notwendigkeiten angepasst darzustellen. Das beinhaltet sämtliche Themen des Arbeitnehmerschutzes, wie Prävention, Evaluierung, Arbeitsunfälle, Unterweisungen, Brandschutz, Erste Hilfe, Gesundheitsförderung, Arbeitsstoffe und Arbeitsmittel.

Im vergangenen Jahr wurden vor allem die Arbeiten unter Verkehr umfangreich evaluiert, z.B. das Setzen von Leitkegeln oder das Einrichten von Tagesbaustellen. Die ersten Ergebnisse dieser Evaluierungen werden im Jahr 2021 vorliegen.

Evaluierung der psychischen Belastungen

Im Zeitraum von Oktober bis November 2020 erfolgte auch wieder die Aktualisierung der „Evaluierung der psychischen Belastungen“ gem. § 4 ASchG in Bezug auf die diesbezüglichen Belastungen am Arbeitsplatz. Die Zielsetzung dabei ist eine weitere Verbesserung der Arbeitsplätze in Bezug auf Aufgabenanforderungen und Tätigkeiten, Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation, Soziales und Organisationsklima sowie die Arbeitsumgebung zum Erhalt und zur Förderung der Gesundheit der Beschäftigten.

Auf der Grundlage der Ergebnisse der Evaluierung werden entsprechende Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Arbeitsplatzsituation abgeleitet.

Regelmäßige Kontrolle und ständige Verbesserungen

Bei regelmäßigen sicherheitstechnischen Begehungen eines jeden Standorts durch unsere internen Sicherheitsfachkräfte und Brandschutzbeauftragten mit Begleitung der Arbeitsmedizin wird die prozesskonforme Umsetzung der Sicherheitsstandards vor Ort festgestellt. Dabei wird vor allem auf Prävention zur Vermeidung von Unfällen und Berufskrankheiten gesetzt, die Beratung der Mitarbeitenden steht dabei im Vordergrund. Gemeinsam mit den Führungskräften vor Ort und den örtlich zuständigen Sicherheitsvertrauenspersonen und Brandschutzwarten werden notwendige Verbesserungsmaßnahmen festgelegt und in einem Maßnahmenblatt mit Fotodokumentation und Anleitung zur Umsetzung nachvollziehbar dokumentiert. Für jede Begehung wird auch ein Bericht zur Umsetzung der sicherheitstechnisch relevanten Themen erstellt und in den Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumenten abgelegt. Die Einhaltung der notwendigen Präventionszeiten an den einzelnen Standorten wurde auch 2020 trotz der COVID-19-bedingten Einschränkungen sichergestellt.

Ein wesentliches Ziel des Teams Arbeitnehmerschutz ist die bestmögliche Unterstützung der Mitarbeitenden vor Ort. Das wird vor allem durch zahlreiche persönliche Schulungen und Unterweisungen sichergestellt. Diese sind an die Erfordernisse der jeweiligen Berufsgruppe angepasst. Vor allem durch praktische Beispiele und Informationen zu Arbeitsunfällen und kritischen Arbeitsabläufen soll das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeitenden erhöht werden. Sämtliche Arbeitsunfälle werden wöchentlich vom Team Arbeitnehmerschutz evaluiert und Maßnahmen zur künftigen Vermeidung abgeleitet. Die Unfälle sowie mögliche Verbesserungsmaßnahmen zur künftigen Vermeidung werden auch regelmäßig von den Führungskräften mit den betroffenen Mitarbeitenden besprochen. Im Intranet oder per E-Mail erhalten die Beschäftigten laufend Aktualisierungen zu den Arbeitsschutz-Themen bzw. Informationen zu kritischen Vorfällen. Die Aktualisierung der Unfallstatistik erfolgt quartalsweise. Notwendige Untersuchungen gemäß der Verordnung über die Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz (VGÜ) führt die Arbeitsmedizin durch. Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen prüft und dokumentiert das interne Kontrollsystem. 2020 gab es keine schwerwiegenden Zuwiderhandlungen mit dienstrechtlichen Konsequenzen.

Programme zur Gesundheitsförderung

Vom Fachbereich Arbeitnehmerschutz wird auch ein umfassendes Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung angeboten. Der Erhalt und die Förderung der Gesundheit basieren auf einer zunehmenden Verzahnung von Arbeitnehmerschutz, Arbeitsmedizin und Gesundheitsförderung. Schrittweise erfolgt so die Überführung von Einzelthemen in ein lebendiges und integriertes Gesundheitsmanagementsystem.

Im März 2020 wurde als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie eine „Notrufsäule“ eingerichtet. Damit können unsere Mitarbeitenden und ihre Angehörige ein externes Beratungsnetzwerk nutzen, um bei Bedarf mit professioneller Unterstützung besser durch diese Ausnahmezeit zu kommen. Dieses Angebot wurde von den Mitarbeitenden intensiv genutzt und wird mittlerweile als konzernweites EAP-System (employee assistance program) in stark erweiterter Form fortgeführt. Führungskräfte, Mitarbeitende und auch die Angehörigen sind eingeladen, belastende Angelegenheiten anonym und kostenlos mit den Expertinnen und Experten des EAP-Instituts zu besprechen und dort Unterstützung zu erfahren. Die Beratungen sind absolut anonym, streng vertraulich und die „Notrufsäule“ ist für Mitarbeitende der ASFINAG und deren Angehörige kostenlos.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden vereinzelt Aktivitäten der Gesundheitsförderung während des ersten und zweiten Lockdowns reduziert. Das Gesundheitsmobil musste im Jahr 2020 leider eingestellt werden. In dieser mobilen Diagnostikstation können Mitarbeitende unter anderem Messungen der Bauch- und Rückenmuskulatur, Lungenfunktion, Körperzusammensetzung oder Balancefähigkeit in Anspruch nehmen. Um für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dennoch eine bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten, wird aktuell an der Einführung eines „virtuellen“ Gesundheitsmobils gearbeitet. Dabei können Termine bei den sonst im Gesundheitsmobil tätigen Sportwissenschaftlern gebucht werden und entsprechende Beratungen zu diversen Gesundheitsfragen durchführt werden.

Auch die Präventionsangebote wurden weiterhin in Anspruch genommen und umfassen ein breites Spektrum, wie z.B. Hautkrebsvorsorge, Arteriographien oder Wirbelsäulenvermessungen – stets angepasst an die Belastungen und Bedürfnisse der jeweiligen Mitarbeitenden. 2020 stand ganz im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Dabei konnten die Mitarbeitenden ein kostenloses Untersuchungsset zur Einschätzung des Risikos für Darmkrebs anfordern. Von diesem Angebot haben über 1.200 Mitarbeitende Gebrauch gemacht.

Auch die Angebote im Bereich der berufsgruppenspezifischen Gesundheitsförderung wurden 2020 weiter fortgesetzt. Im Zuge der Winterdienstvorbesprechungen im Herbst 2020 wurden in 21 Autobahnmeistereien Ergonomie-Trainings für den besonderen Arbeitsplatz LKW durchgeführt.

Ein wesentlicher Fokus bestand auch in der Durchführung der Grippeimpfungen und in der Zurverfügungstellung des notwendigen Impfstoffs gemeinsam mit der Arbeitsmedizin.

Neben der Fortführung der Präventionsangebote werden wir in den nächsten Jahren einen Fokus auf die Wiedereingliederung von langzeiterkrankten Beschäftigten legen und in der Suchtprävention wirksame nächste Schritte setzen.

Vereinbarungen zum Gesundheitsmanagement

Die Sozialvereinbarung regelt die freiwillige Gewährung von Sozialleistungen durch den Arbeitgeber und umfasst mehrere kostenlose Gesundheitsangebote: Zecken-, Grippe- und Tetanusimpfungen sowie Impfungen gegen Hepatitis A und B für die Mitarbeitenden des Streckendienstes, der Mautaufsicht und für eingetragene Ersthelferinnen und Ersthelfer. Für jeden Beschäftigten gibt es auch eine Kollektiv-Unfallversicherung, die Berufsunfälle sowie das Wegerisiko abdeckt. Mit einer freiwilligen Zuzahlung können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Versicherungsschutz auf Freizeitunfälle ausweiten.

Information zu Sicherheit & Gesundheit

Zu sämtlichen Themen des Arbeitnehmerschutzes wird in der „APP-Arbeitnehmerschutz“ im Intranet informiert. Diese informiert über alle Vorgaben und Abläufe zum Arbeitnehmer- und Gesundheitsschutz, bietet einen Überblick über aktuelle Gefährdungen sowie vorbeugende Maßnahmen und enthält alle wichtigen Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumente für jeden Standort.

Für alle Mitarbeitenden bieten wir Schulungen zum Arbeitnehmerschutz und zur persönlichen Gesundheit an. Für verschiedene Berufsgruppen wie Handwerkerinnen und Handwerker, Betriebs-technikerinnen und –techniker, oder Operatorinnen und Operatoren führen wir maßgeschneiderte Schulungen durch. Ein eigenes Modul der Aus- und Weiterbildungskategorie „Compliance“ schult Führungskräfte, Belegschaftsorgane, Standortverantwortliche oder Mitarbeitende mit besonderer Funktion im Arbeitnehmerschutz. Darüber hinaus bieten wir allen Beschäftigten während der Arbeitszeit Gesundheits-Vorträge mit besonderen Tipps für ihren Arbeitsplatz an.

Unsere Ziele und Maßnahmen

Unser Beitrag zu den SDGs und Zielen

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.

Ziel:

8.8: Die Arbeitsrechte schützen und sichere Arbeitsumgebungen für alle Arbeitnehmer, einschließlich der Wanderarbeitnehmer, insbesondere der Wanderarbeitnehmerinnen, und der Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, fördern

Unser Beitrag:

Die ASFINAG sorgt für ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld durch umfangreiche Arbeitsplatz-evaluierungen einschließlich sicherheitstechnischer Begehungen, umfassende Schulungsmaßnahmen und bewusstseinsbildende Maßnahmen sowie das Angebot zur Gesundheitsvorsorge. Wir sind bestrebt die Zahl der Arbeitsunfälle, Arbeitsausfalltage sowie die physischen und psychischen Belastungen weitgehend zu minimieren.

Zudem werden alle Lieferantinnen und Lieferanten im Qualitäts-management-Prozess „Arbeitnehmerschutz gewährleisten“ berücksichtigt. Seit 2016 wird die Erhöhung der Arbeitssicherheit mittels diverser Qualitätskriterien bewertet, u.a. im Hinblick auf das Vorhandensein von Sicherheits-vertrauenspersonen oder Safety Walks, sowie auf die Anzahl der Ersthelfer auf Baustellen und die Einsatzzeit der Sicherheitsfachkräfte.

GRI Disclosures:
103-01
Angaben zum Managementansatz
103-02
Angaben zum Managementansatz
103-03
Angaben zum Managementansatz
403-02
Art und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Arbeitsausfalltage und Abwesenheit sowie…
403-03
Mitarbeiter mit hohem Auftreten von oder Risiko für Krankheiten, die mit ihrer beruflichen Tätigkeit…
403-04
Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in formellen Vereinbarungen mit Gewerkschaften…
403-05
403-06
403-08
403-09


SDG Targets:
8.8
Die Arbeitsrechte schützen und sichere Arbeitsumgebungen für alle Arbeitnehmer, einschließlich der Wanderarbeitnehmer, insbesondere der Wanderarbeitnehmerinnen, und der Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, fördern

Attraktive ArbeitgeberinMitarbeiterentwicklung