Mitarbeitergesundheit und -sicherheit

Die ASFINAG ist nach dem Qualitätsmanagementsystem ISO 9001 zertifiziert und gewährleistet nach diesem Standard auch gesunde und sichere Arbeitsplätze. Entsprechend umfangreich sind die Schulungs­maßnahmen und das Angebot für Gesundheitsvorsorge und Arbeitssicherheit. Im Jahr 2019 konnten wir die Zahl der Arbeitsunfälle gegenüber dem Vorjahr von 72 auf 63 reduzieren.

Trotz intensiver Bemühungen, die Arbeitssicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen, ist im vergangenen Jahr leider ein Mitarbeiter tödlich verunglückt. Bei Absicherungs­arbeiten am Pannenstreifen wurde der Mitarbeiter von einem Lenker erfasst und tödlich verletzt. Der Lenker gab an, während der Fahrt eingeschlafen zu sein.

Im Rahmen der Unfallevaluierung durch die zuständigen internen Sicherheitsfachkräfte, das Arbeitsinspektorat und die Unfallversicherung wurde festgestellt, dass die Vorgaben für die Durchführung der Arbeiten eingehalten wurden und die eingesetzten Arbeitsmittel den Anforderungen entsprachen und vollständig funktionstüchtig waren. Äußere Umwelteinflüsse wie Witterung und Sicht waren an diesem Tag ebenfalls unauffällig. Der Unfall ereignete sich durch Fremdverschulden eines anderen Verkehrsteilnehmers.

2019 ereigneten sich 63 Arbeitsunfälle. Im Jahr zuvor waren es 72 (2018). Dadurch reduzierte sich auch die durchschnittliche Zahl der Arbeitsunfälle pro 200.000 Arbeitsstunden von 2,6 auf 2,3 gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der arbeitsunfallbedingten Ausfalltage verringerten sich auf 913 (2018: 943) und die durchschnittliche Zahl der Arbeitsunfalltage pro 200.000 Arbeitsstunden auf 32,7 (2018: 34,4) in 2019.

Arbeitsunfälle1

Arbeitsunfälle

Arbeitsunfalltage1

Arbeitsunfalltage

Leichte Verletzungen, die nur Erste-Hilfe-Maßnahmen erfordern und keine Ausfalltage zur Folge haben, werden nicht als Arbeitsunfälle gezählt. Als Arbeitsunfalltage gelten ausgefallene Sollarbeitstage ab dem Tag nach dem Unfall.

2019 ereigneten sich insgesamt 8 von 63 Unfällen, die als schwer einzustufen sind (Ausfallzeit über 23 Tage):

  • 7 Unfälle aufgrund von Sturz oder Fall
  • 1 Unfall bei Arbeiten am Pannenstreifen durch das Fehlerhalten eines Verkehrsteilnehmers

Unser Qualitätsmanagement-Prozess „Arbeitsnehmerschutz gewährleisten“ sowie das Schulungsprogramm zum Thema Gesundheit und Sicherheit werden auch im Jahr 2020 unverändert fortgeführt. Dabei wird vor allem auf kontinuierliche Verbesserung und Prävention gesetzt.

Arbeitnehmerschutz gewährleisten

Evaluierung von Gesundheits- und Sicherheitsrisiken
Entsprechend den Vorgaben des Prozesses „Arbeitnehmerschutz gewährleisten“ evaluieren wir alle Arbeitsplätze und Tätigkeiten hinsichtlich ihres Unfallrisikos. Die Ergebnisse sind in einer Risikomatrix dargestellt. Diese zeigt, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonderen Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt sein können und enthält notwendige Maßnahmen zur Risikoreduktion. In dieses System sind auch Lieferanten einbezogen.

Ein wesentliches Ziel des Prozesses besteht darin, die sehr umfangreichen sicherheitstechnischen Vorgaben aus diversen Gesetzen, Normen, Richtlinien und Standards möglichst einfach und an die jeweiligen Notwendigkeiten angepasst darzustellen. Das beinhaltet sämtliche Themen des Arbeitnehmerschutzes, wie Prävention, Evaluierung, Arbeitsunfälle, Unterweisungen, Brandschutz, Erste Hilfe, Gesundheitsförderung, Arbeitsstoffe und Arbeitsmittel.

Regelmäßige Kontrolle und ständige Verbesserungen
Bei regelmäßigen sicherheitstechnischen Begehungen eines jeden Standorts durch unsere internen Sicherheitsfachkräfte und Brandschutzbeauftragten mit Begleitung der Arbeitsmedizin wird die prozesskonforme Umsetzung der Sicherheitsstandards vor Ort festgestellt. Dabei wird vor allem auf Prävention zur Vermeidung von Unfällen und Berufskrankheiten gesetzt, die Beratung der Mitarbeitenden steht dabei im Vordergrund. Gemeinsam mit den Führungskräften vor Ort und den örtlich zuständigen Sicherheitsvertrauenspersonen und Brandschutzwarten werden notwendige Verbesserungsmaßnahmen festgelegt und in einem Maßnahmenblatt mit Fotodokumentation und Anleitung zur Umsetzung nachvollziehbar dokumentiert. Für jede Begehung wird auch ein Bericht zur Umsetzung der sicherheitstechnisch relevanten Themen erstellt und in den Sicherheits- und Gesundheits­schutz­dokumenten abgelegt.

Ein wesentliches Ziel des Teams Arbeitnehmerschutz ist die bestmögliche Unterstützung der Mitarbeitenden vor Ort. Das wird vor allem durch zahlreiche persönliche Schulungen und Unterweisungen sichergestellt. Diese sind an die Erfordernisse der jeweiligen Berufsgruppe angepasst. Vor allem durch praktische Beispiele und Informationen zu Arbeitsunfällen und kritischen Arbeitsabläufen soll das Sicherheits­bewusstsein der Mitarbeitenden erhöht werden. Sämtliche Arbeitsunfälle werden wöchentlich vom Team Arbeitnehmerschutz evaluiert und Maßnahmen zur künftigen Vermeidung abgeleitet. Die Unfälle sowie mögliche Verbesserungsmaßnahmen zur künftigen Vermeidung werden auch regelmäßig von den Führungskräften mit den betroffenen Mitarbeitenden besprochen. Im Intranet oder per E-Mail erhalten die Beschäftigten laufend Aktualisierungen zu den Arbeitsschutz-Themen bzw. Informationen zu kritischen Vorfällen. Die Aktualisierung der Unfallstatistik erfolgt quartalsweise. Notwendige Untersuchungen gemäß der Verordnung über die Gesundheits­überwachung am Arbeitsplatz (VGÜ) führt die Arbeitsmedizin durch. Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen prüft und dokumentiert das interne Kontrollsystem. 2019 gab es keine schwerwiegenden Zuwiderhandlungen mit dienstrechtlichen Konsequenzen.

Programme zur Gesundheitsförderung

Vom Fachbereich Arbeitnehmerschutz wird auch ein umfassendes Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung angeboten. Der Erhalt und die Förderung der Gesundheit basieren auf einer zunehmenden Verzahnung von Arbeitnehmerschutz, Arbeitsmedizin und Gesundheitsförderung. Schrittweise erfolgt so die Überführung von Einzelthemen in ein lebendiges und integriertes Gesundheitsmanagementsystem.

An mehreren Standorten finden regelmäßige „Gesundheits-Jours-fixes“ statt. Arbeitsmedizinische Kernthemen, wie Impfungen und Beratungen werden ergänzt durch verschiedene Präventionsangebote und den Einsatz des ASFINAG-Gesundheitsmobils. In dieser mobilen Diagnostikstation können Mitarbeitende unter anderem Messungen der Bauch- und Rückenmuskulatur, Lungenfunktion, Körperzusammensetzung oder Balancefähigkeit in Anspruch nehmen. 2019 war das Mobil etwa 70 Mal im Einsatz und rund 700 bis 800 Kolleginnen und Kollegen nutzten dieses Angebot.

Die Präventionsangebote umfassen ein breites Spektrum, wie z.B. Hautkrebsvorsorge, Arteriographien oder Wirbelsäulenvermessungen – stets angepasst an die Belastungen und Bedürfnisse der jeweiligen Mitarbeitenden. Auch die Initiative zur Diabetesprävention „BESSER SALZ AUF DER AUTOBAHN ALS ZUCKER IM BLUT“ startete 2019. Die Mitarbeitenden hatten die Gelegenheit, einen kostenlosen und hochwertigen Test zur Messung des Langzeitblutzuckers anzufordern und ihr Diabetesrisiko zu ermitteln. Insgesamt haben 684 Kolleginnen und Kollegen dieses Angebot in Anspruch genommen.

Auch die Angebote im Bereich der berufsgruppenspezifischen Gesundheitsförderung wurden 2019 erweitert. Im Zuge der Winterdienst­vorbesprechungen im Herbst 2019 wurden in 21 Autobahnmeistereien Ergonomie-Trainings für den besonderen Arbeitsplatz LKW durchgeführt.

Neben der Fortführung der Präventionsangebote werden wir in den nächsten Jahren ein Fokus auf die Wiedereingliederung von langzeiterkrankten Beschäftigten legen und in der Suchtprävention wirksame nächste Schritte setzen.

Vereinbarungen zum Gesundheitsmanagement

Die Sozialvereinbarung regelt die freiwillige Gewährung von Sozialleistungen durch den Arbeitgeber und umfasst mehrere kostenlose Gesundheitsangebote: Zecken-, Grippe- und Tetanusimpfungen sowie Impfungen gegen Hepatitis A und B für die Mitarbeitenden des Streckendienstes, der Mautaufsicht und für eingetragene Ersthelferinnen und Ersthelfer. Für jeden Beschäftigten gibt es auch eine Kollektiv-Unfallversicherung, die Berufsunfälle sowie das Wegerisiko abdeckt. Mit einer freiwilligen Zuzahlung können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Versicherungsschutz auf Freizeitunfälle ausweiten.

Information zu Sicherheit & Gesundheit

Zu sämtlichen Themen des Arbeitnehmerschutzes wird in der „APP-Arbeitnehmerschutz“ im Intranet informiert. Diese informiert über alle Vorgaben und Abläufe zum Arbeitnehmer- und Gesundheitsschutz, bietet einen Überblick über aktuelle Gefährdungen sowie vorbeugende Maßnahmen und enthält alle wichtigen Sicherheits- und Gesundheits­schutz­dokumente für jeden Standort.

Für alle Mitarbeitenden bieten wir Schulungen zum Arbeitnehmerschutz und zur persönlichen Gesundheit an. Für verschiedene Berufsgruppen wie Handwerkerinnen und Handwerker, Betriebstechnikerinnen und –techniker, oder Operatorinnen und Operatoren führen wir maßgeschneiderte Schulungen durch. Ein eigenes Modul der Aus- und Weiterbildungskategorie „Compliance“ schult Führungskräfte, Belegschaftsorgane, Standortverantwortliche oder Mitarbeitende mit besonderer Funktion im Arbeitnehmerschutz. Darüber hinaus bieten wir allen Beschäftigten während der Arbeitszeit Gesundheits-Vorträge mit besonderen Tipps für ihren Arbeitsplatz an.

Schlüssel-Kennzahlen (KPI)
Tödliche Unfälle 1
Arbeitsunfälle pro 200.000 Arbeitsstunden (FTE) 2,3
Arbeitsunfalltage pro 200.000 Arbeitsstunden (FTE) 32,7

Ziele aus 2019

  • Keine tödlichen Arbeitsunfälle
  • Keine Berufskrankheiten
  • Arbeitsunfallbedingte Ausfallzeiten unter 1.000 Ausfalltage
  • Weitere Verzahnung von Arbeitnehmerschutz, Arbeitsmedizin und Gesundheitsförderung
  • Schaffung attraktiver Gesundheitsangebote, z. B. Installation von „Sicherheits- und Gesundheitsstationen“ oder Durchführung des Projekts zur Diabetesprävention

Leider konnte das Ziel „keine tödlichen Arbeitsunfälle“ 2019 nicht erreicht werden. Auch die Errichtung von interaktiven „Sicherheits- und Gesundheitsstationen“ an sämtlichen ASFINAG-Standorten wurde noch nicht vollständig umgesetzt, jedoch wurde das Projekt zur Diabetesprävention in 2019 erfolgreich gestartet.

Ziele für 2020

  • Keine tödlichen Arbeitsunfälle
  • Keine Berufskrankheiten
  • Arbeitsunfallbedingte Ausfallzeiten unter 1.000 Ausfalltage
  • Weitere Verzahnung von Arbeitnehmerschutz, Arbeitsmedizin und Gesundheitsförderung
  • Neuauflage des erfolgreichen Präventionsprojekts zur Darmkrebsfrüherkennung
  • Strukturaufbau und Maßnahmenentwicklung für Wiedereingliederung und Aktivitäten zur Suchtprävention

Betroffene Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG):

SDG 8

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

GRI Disclosures:
103-01
Angaben zum Managementansatz
103-02
Angaben zum Managementansatz
103-03
Angaben zum Managementansatz
403-02
Art und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Arbeitsausfalltage und Abwesenheit sowie...
403-03
Mitarbeiter mit hohem Auftreten von oder Risiko für Krankheiten, die mit ihrer beruflichen Tätigkeit...


SDG Targets:
8.8
Die Arbeitsrechte schützen und sichere Arbeitsumgebungen für alle Arbeitnehmer, einschließlich der Wanderarbeitnehmer, insbesondere der Wanderarbeitnehmerinnen, und der Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, fördern

Attraktive ArbeitgeberinMitarbeiterentwicklung