RESSOURCENSCHONUNG

Das steigende Verkehrsaufkommen, der weitere Straßen- und Tunnelbau sowie neue Sicherheitsbestimmungen erhöhen jährlich Aufwand und Verbrauch. Trotzdem konnten wir 2016 einige Umweltkennzahlen verbessern:

Geringerer Energieverbrauch pro Fahrleistung

Eine der wichtigsten Ressourcen unseres Unternehmens ist Energie. Wir investieren daher laufend in Effizienzsteigerungen und suchen regelmäßig nach Verbesserungen, zuletzt 2015 mit einem unternehmensweiten Energieaudit. Für die Evaluierung der Ergebnisse erstellen wir alle zwei Jahre eine Energiebilanz, seit 2016 führen wir das jährlich durch. Aus diesem Jahr stammen auch die aktuell verfügbaren Daten.

Die größten Energieverbraucher sind die Tunnelanlagen. Dort liegen daher die Schwerpunkte unserer Einsparungsprogramme. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Tunnelanlagen neu errichtet bzw. entsprechend neuer Sicherheitsbestimmungen mit besserer Beleuchtung und leistungsfähigerer Belüftung ausgestattet. Das führte zu einem deutlich höheren Energiebedarf. Dank umfassender Effizienzmaßnahmen – z.B. den Umstieg auf LED-Beleuchtung – gelang es jedoch, den Verbrauch pro Röhren- bzw. Fahrstreifenkilometer sogar zu senken.

Weitere Schwerpunkte lagen bei den von der ASFINAG benutzten Gebäuden: Wir investierten in die thermische Sanierung fast aller Autobahnmeistereien, rüsteten dortige Ölheizungen auf effizientere Energieträger wie Gas, Pellets oder Biomasseanlagen um und starteten zusätzliche Energiesparprojekte wie den Umstieg auf Mini-PCs.

Tortengrafik Anteile Energiebedarf 2016

Säulengrafik Endenergiebedarf Tunnel

Säulengrafik Energieverbrauch

Unser Gesamtenergieverbrauch 2016 erhöhte sich zwar im Vergleich zu 2014 – dem zusätzlichen Angebot (neue Anlagen und höhere Sicherheitsanforderungen) geschuldet – um 1,6%. In Relation zu Umsatz bzw. Fahrleistung erzielten wir damit jedoch eine Reduktion um 3% bzw. sogar 4,3%.

Vermehrter Streumitteleinsatz

Liniengrafik StreumitteleinsatzIm laufenden Betrieb unseres Streckennetzes ist der Einsatz von Streumitteln ein dominierender Ressourcenfaktor. Dieser Materialverbrauch ist naturgemäß von der Witterung bzw. der Strenge des Winters abhängig. Im Jahr 2017 sind über alle Regionen verteilt, erhebliche Zuwächse im Salz-verbrauch zu beobachten. Das resultiert v.a. aus einem kräftigen Wintereinbruch Anfang 2017 und einer darauf folgenden Kältewelle. Im Februar kam noch gefrierender Regen an der Alpennordseite und im Osten, der zu einem besonders hohen Salzverbrauch führte, hinzu. Im November 2017 hielt der Winter ungewöhnlich früh Einzug.

An der Effizienzsteigerungen im Winterdienst wurde weiterhin gearbeitet. Ein neues Wetterprognosesystem wurde ausgerollt. Den Autobahnmeistereien wird mit diesem Programm eine weitere verbesserte Entscheidungshilfe zur Verfügung stehen. Für 2018 ist die Implementierung der Prognosemodelle für die Reifglätte- und Fahrbahntemperaturvorhersage, geplant.

Im Laufe des Jahres 2017 wurden 5 weitere NaCl-Solemischanlagen in Betrieb genommen, sowie 8 Solelagerstandorte für die Forcierung der NaCl-Solestreuung aufgerüstet.

Hohe Recyclingquote

Bei allen Bauvorhaben schreiben unsere Planungshandbücher den Einsatz ressourcenschonender, langlebiger Technik und Materialien vor und wir bemühen uns um eine möglichst hohe Recyclingquote. 2016 betrug die durchschnittliche Recyclingquote wie im Jahr zuvor 81%. Beim mengenmäßig besonders relevanten Aushubmaterial konnten wir die Quote von 76% im Jahr 2014 sogar auf 95% im Jahr 2016 steigern. Das bedeutet, dass wir bereits deutlich mehr als die von der EU geforderten 70% unseres Aushubmaterials, Beton- und Asphaltabbruchs recyceln. Daten zu 2017 sind derzeit noch nicht verfügbar.

Säulengrafik Recyclingmaterial und -quoteOrdnungsgemäßes Abfallmanagement

Säulengrafik AbfallmanagementDer Betrieb unserer Strecken verursacht ASFINAG-eigene Abfälle wie Straßenkehricht, Strauch-, Baum- und Grünschnitt. Weitere Abfälle entstehen durch Verkehrsteilnehmer, die ihren Unrat entweder in den dafür vorgesehenen Behältern an Park- und Rastplätzen aber bedauerlicherweise auch entlang der Strecke wegwerfen. 2017 wurden an unseren Park- und Rastplätzen sowie durch unsere regelmäßigen Sammlungen neben den Straßen 8.254 t Abfall entsorgt, das sind um fast 3% mehr als 2016 und entspricht damit dem gestiegenen Verkehrsaufkommen.

Der überwiegende Anteil unserer Abfälle ist biologisch nachwachsend, der Anfall entlang der Strecke vom Nutzerverhalten dominiert und kann daher nicht aktiv durch die ASFINAG reduziert werden. Wir setzen auf Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer, dass dieser Abfall zumindest in den dafür vorgesehenen Behältern landet und von uns ordnungsgemäß entsorgt werden kann.

Geplante Wassereinsparungen

Zusätzlich zum Anschluss an öffentliche Wasserversorgungen besitzt die ASFINAG Wasserrechte für 34 Trinkwasser-Versorgungsanlagen, dazu kommen eigene Nutzwasser-Versorgungsanlagen. Aufgrund der Vielzahl an Entnahmestellen und deren räumlichen Verteilung verfügen wir über keine konsolidierten Daten zu unserem Wasserverbrauch, und eine zentrale automatisierte Erfassung ist derzeit auch technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. Bei vielen Tunnelanlagen existieren auch eigene Wasserversorgungsanlagen der ASFINAG ohne Wasserzähler.

Als wesentliche Verbrauchsfaktoren identifizierten wir die Wasserversorgung unserer Park- und Rastanlagen sowie die Straßen- und Tunnelreinigung und arbeiten daher in diesen beiden Bereichen an laufenden Wassereinsparungen bzw. der Reduktion des Trinkwasseranteils: Für die Reinigung der Straßen mit der Kehrmaschine nutzen wir weitgehend Brauchwasser. Seit 2016 setzen wir für das Kanalspülen und das Reinigen der Ölabscheider nur noch Dienstleister ein, deren Saugtankfahrzeuge über eine Wasserrecyclinganlage verfügen. Für die Tunnelwäsche testeten wir 2016 eine bedarfsgerechte Tunnel-Reinigung. Damit wollen wir sowohl den Wasser- als auch den Energieverbrauch optimieren. Künftig ist für die Reinigung kein vorgegebener Zeitplan sondern die aktuelle Verschmutzung des Tunnels entscheidend. Denn sie beeinflusst auch das Beleuchtungsniveau und den dafür benötigten Energieeinsatz.

Schlüssel-Kennzahlen (KPI)
Energieverbrauch (GWh) 191
Energieverbrauch / Fahrleistung (kWh/mio km) 6.207
Streumitteleinsatz 91.235
Recyclingquote (2016) 93%
Abfall von Park- und Rastplätzen (t) 8.254
Abfall / Fahrleistung (kg/mio km) 261

Ziele aus 2017:

Weitere Reduktion von Energieintensität und Energieverbrauch/Fahrleistung
Verbesserung des Energiemanagements
Forcierung der Eigenenergieerzeugung (Wasserkraft, Sonnenenergie)
Weitere Reduktion des Streumitteleinsatzes durch den forcierten Umstieg von Trockensalz auf Sole
Weitere Erhöhung der Recyclingquote
Erfassung von Wasserverbrauchsdaten

Wesentliche Umweltkennzahlen liegen erst im Lauf des Jahres 2018 vor und werden im Rahmen von Updates veröffentlicht. Obige Ziele werden nach Vorliegen dieser Daten evaluiert.

Ziele für 2018:

  • Erfassung von Wasserverbrauchsdaten
  • Halten der hohen Recyclingquote
  • Forcierung der Eigenenergieerzeugung (Wasserkraft, Sonnenenergie)
  • weitere Ziele nach Evaluation der Kennzahlen 2017

Betroffene Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG):

SDG 6Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
SDG 7Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern
SDG 8Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
SDG 9Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
SDG 12Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

GRI Disclosures:
301-1, 302-1, 302-3, 302-4, 303-1, 303-3, 306-1, 306-2
UNGC Principles:
7, 8, 9
SDG Targets:
6.3, 7.3, 8.4, 9.4, 12.2, 12.4, 12.5

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